Die Skoliose ist eine dreidimensionale strukturelle Verkrümmung der Wirbelsäule; eine seitliche Verkrümmung, eine Drehung der Wirbelsäule um die eigene Achse (Rotation) und eine Veränderung des sagittalen Gleichgewichts treten gemeinsam auf. Durch dieses Merkmal unterscheidet sie sich von der einfachen Haltungsstörung, mit der sie häufig verwechselt wird.
Die Diagnose und den Grad der Verkrümmung (Cobb-Winkel) stellt eine Ärztin oder ein Arzt mittels radiologischer Bildgebung fest. Art und Lage der Verkrümmung sowie das Alter der Person beeinflussen unmittelbar die Häufigkeit der Verlaufskontrolle und das geeignete Vorgehen. Daher ist eine regelmäßige Verlaufskontrolle besonders bei Kindern und Jugendlichen im Wachstum und im Schulalter wichtig.
Häufig auftretende Befunde:
ISST-Schroth ist ein skoliosespezifischer (Physiotherapeutic Scoliosis-Specific Exercises, PSSE) Übungsansatz. Er verbindet die nach Verkrümmungstyp und Cobb-Winkel festgelegte Autokorrektur, Haltungsstabilisierung und dreidimensionale Atemarbeit miteinander.
Ziel ist es, zur Erhaltung der Haltung, zur Stärkung des Muskelgleichgewichts und zur Übertragung des gewonnenen Bewusstseins in den Alltag beizutragen. Das Programm wird vollständig individuell gestaltet und ersetzt nicht die ärztliche Betreuung, sondern ergänzt sie.
Für die Beurteilung ist ein Röntgenbild keine Voraussetzung. Um das ISST-Schroth-Programm richtig zu planen, wird jedoch ein aktueller Röntgenbefund benötigt, der den Grad der Verkrümmung (Cobb-Winkel) und ihren Typ zeigt. Liegt noch keine Diagnose vor, empfiehlt sich zuerst eine ärztliche Abklärung.
Etwa ab 7-8 Jahren ist das möglich, sofern das Kind Anweisungen versteht und umsetzen kann. Bei jüngeren Kindern helfen die Eltern bei angepassten Übungen mit. Im Mittelpunkt des Programms stehen Jugendliche im Wachstum, weil bei ihnen das Risiko des Fortschreitens am höchsten ist.
Ja. Leitlinien empfehlen, die Korsettbehandlung mit skoliosespezifischen Übungen zu unterstützen. Das Programm wird auf den ärztlichen Korsettplan abgestimmt. Ziel ist es, die richtige Korrektur mit und ohne Korsett zu lernen und die Rumpfkraft zu erhalten.
Der Erstbefund dauert 60 Minuten, die Folgesitzungen 45-60 Minuten, jeweils im Einzelsetting. Die Häufigkeit richtet sich nach Alter, Grad der Verkrümmung und Lerntempo. Je sicherer die Korrektur beherrscht wird, desto seltener werden die Sitzungen; das Programm läuft dann mit täglichem Üben zu Hause weiter.
Bei Erwachsenen geht es nicht darum, die Verkrümmung rückgängig zu machen. Ziel sind Schmerzmanagement, der Erhalt von Rumpfgleichgewicht und Muskelkraft sowie ein leichterer Alltag. Es gibt Hinweise darauf, dass skoliosespezifische Übungen zu diesen Zielen beitragen können.
Im kostenlosen Vorgespräch (15 Min.) werden Ihre Fragen beantwortet; bei Eignung wird ein ausführlicher Erstbefund (60 Min.) geplant.
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